La Gomera: Insel-Expresstour in 3 Tagen

Wir landen gegen 17 Uhr am Aeropuerto de La Gomera und holen direkt unseren Mietwagen ab. Ohne Mietwagen ist es schwierig, auf der Insel mobil zu sein. Auch unsere Unterkunft wäre schwer oder gar überhaupt nicht zu erreichen. Zwar gibt es öffentliche Verkehrsmittel, damit dauert die Fortbewegung allerdings doppelt so lange.

Unser Apartment liegt im ländlichen Süden der Insel, in der kleinen Ortschaft Antoncojo. Im nahegelegenen Fischerdorf Playa Santiago decken wir uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein. Da es inzwischen auch schon zu spät ist, um die Insel zu erkunden, lassen wir den Tag erst einmal auf der Terrasse in unserer Ferienwohnung auf La Gomera mit Blick auf die tosende Atlantikküste ausklingen, gehen früh zu Bett, und freuen uns auf einen ereignisreichen nächsten Tag.

1. Tag: Playa Santiago und Garajonay Nationalpark

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg ins nahegelegene Playa Santiago. Das ehemalige Fischerdorf verfügt über den größten Strand der Insel mit mäßigem Wellengang und schwarzem Sand. Obwohl der Ort inzwischen auch auf Touristen ausgelegt ist, spürt man hier im Vergleich zu anderen Touristenzentren noch das traditionell gemütliche Ambiente. Wirkliche Sehenswürdigkeiten bietet der Ort nicht, aber es gibt eine niedliche Promenade mit einigen Fischrestaurants mit Blick auf den Hafen.

Nach dem Mittag geht es weiter Richtung Norden in den Parque Nacional de Garajonay. Die Pflanzen um uns herum werden grüner, die Luft feuchter und bald parken wir unser Auto auf einem der Parkplätze. Am Eingang zum Park befindet sich der Mirador de Tajaqué, von dem aus man "Los Roques" bestaunen kann, die markanten Felsbrocken. Der Park selbst ist schön organisiert, es gibt eine Reihe an Besucherzentren, es ist also gut möglich, die Natur auch ohne Führung auszukundschaften. Der dichte Wald im Nationalpark wird oft als Märchenwald betitelt. Es liegt dauerhaft ein diesiger Schleier zwischen den Bäumen, sogenannter Passatnebel, der dem Wald eine verwunschene Atmosphäre verleiht.

2. Tag: Vallehermoso und San Sebastián

Heute geht es in den Nordwesten der Insel nach Vallehermoso, das seinen Namen zurecht trägt. Man kann toll durch die schmalen Gassen schlendern, die Pfarrkirche Iglesia San Juan de Bautista besichtigen, frisches Obst auf dem Markplatz kaufen oder in einem Café mit Blick auf den Roque Cano entspannen. Viel mehr gibt es allerdings nicht zu sehen. Die Straße führt uns weiter nach Nordosten, durch kleine Ortschaften wie Agulo und Santa Catalina. Dann macht sie eine Wendung nach Südosten und wir folgen ihr durch den Parque Natural Majona in die Hauptstadt San Sebastián. Den restlichen Tag verbringen wir mit gemächlichem Sightseeing. Wir schauen uns den Leuchtturm an, das Casa Colón, wo Christoph Kolumbus eine Nacht verbrachte, den Torre del Conde, den Eingangshafen der Insel und den tiefschwarzen Strand.

Sonnenuntergang über dem Atlantik

Sonnenuntergang über dem Atlantik
3. Tag: Valle Gran Rey und Bootstour

Heute haben wir zum Abschluss eine der zahlreichen Bootstouren gebucht. Abfahrt ist im Ferienort Valle Gran Rey an der Westküste. Die Bergstraße führt uns unter anderem durch Ortschaften El Cercado, die bekannt für ihre traditionelle Töpferkunst ist, und Las Hayas, wo man im Restaurante La Montaña sehr lecker zu Mittag essen kann. Auf der Speisekarte gibt es kein Fleisch, stattdessen traditionelles Gofio mit frischem Gemüse. Die Anfahrt auf der gewundenen Bergstraße ist zwar anspruchsvoll, lohnt sich aber. Vorbei an Bananenplantagen und terrassiertem Land, wo einst Gemüse und Getreide angebaut wurden, geht es hinab durchs Zentrum zum Hafen im Ortsteil Vueltas. Unser Boot bringt uns sicher die Westküste entlang bis hoch an die "größte Sehenswürdigkeit La Gomeras", Los Organos. Die Basaltsäulen erheben sich wie riesige Orgelpfeifen aus dem Atlantik in bis zu 80 m Höhe. Daher haben sie auch ihren Namen. Der Ausflug ist schön, leider ist es an Deck etwas kalt, womit im Atlantik allerdings zu rechnen ist. Erschöpft machen wir uns vom Valle Gran Rey zurück nach Antoncojo. Am nächsten Tag werden wir um 11 Uhr zurück nach Deutschland fliegen.