Geburtstagsreise an die Algarve

Datum:
10. bis 13. Januar 2009
Dauer:
3 Tage
Hotel:
Karte:
Reisekarte
Bereiste Städte:
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Reisebericht

Wenn ich im Januar meinen Geburtstag feiere, ist es draußen meist kalt. Deswegen möchte ich in diesem Jahr in den Süden fliegen.

Malerische Bucht im Westen der Algarve

Da kommt eine Preisaktion des Billigfliegers Ryanair gerade recht, bei der Flüge zum unglaublichen Preis von nur 1 Euro angeboten werden.

Ich schlage zu und buche ein verlängertes Wochenende über meinen Geburtstag für uns. Als Unterkunft wähle ich das "Aparthotel Paraíso de Albufeira".

Vom recht zentral aus gelegenen Örtchen Albufeira möchten wir die landschaftlich wunderschöne Algarve mit einem Mietwagen erkunden. Dabei sollte uns der ein oder andere schöne Ausblick erwarten, denn die Algarve ist bekannt für ihre einzigartige Küstenlandschaft mit pittoresken Felsen und feinsandigen Stränden.

Samstag, 10.1.: Die Gegensätze der Algarve: das ursprüngliche Loulé und die Touristenhochburg Albufeira

Unser Hinflug startet um 7 Uhr ab Weeze. Wir fliegen nur mit Handgepäck, womit wir die sehr hohen Gepäckgebühren von Ryanair sparen. Als Handgepäck sind bei Ryanair 10 kg erlaubt.

Freundlich werden wir von den Portugiesen empfangen

Der Flug ist eher ungemütlich: man kümmert sich weder um eine angenehme Lufttemperatur in der Kabine, noch gibt es irgendwelche Bordunterhaltung. Stattdessen werden wir mit Werbung und Kaufangeboten malträtiert. Doch mit alledem muss man bei Ryanair rechnen. Bei einem Flugpreis von 1 Euro lässt sich das aber ertragen. Ansonsten würde ich jederzeit eine andere Airline bevorzugen.

Auf dem Flughafen von Faro gelandet begeben wir uns zum Meet&Greet-Treffpunkt, an dem die Autoverleiher auf Ihre Kunden warten. Wie erwartet klappt mit unserer Buchung bei m-broker alles perfekt und wir machen es uns in unserem Renault Clio bequem. Praktischerweise haben wir ein Navigationsgerät mitgebracht, das wir installieren.

Unser erstes Ziel: das Städtchen Loulé

Unser erstes Ziel ist die Stadt Loulé, in der heute ein Markt stattfindet. Während im Reiseführer geschrieben steht, dass man unbedingt vor 9 Uhr in der Stadt sein muss, um einen Parkplatz zu bekommen, können wir selbst um 10:30 Uhr noch ganz zentral parken. Das ist wohl der Vorteil, wenn man im Winter - außerhalb der Hauptsession - die Algarve besucht.

Wie diese Stadt in Sommer mit zahlreichen Touristen, die hier dann per Reisebus hingefahren werden, wirkt, kann ich nicht beurteilen, doch uns präsentiert sich Loulé als Stadt, die ihre Ursprünglichkeit behalten konnte. Bei strahlendem Sonnenschein steuern wir auf die zentrale Markthalle mit ihren leuchtend roten Zwiebelkuppeln zu. Dort angekommen finden wir uns in einem turbulenten Markttreiben wieder.

Auf dem Markt in Loulé gibt es frische Waren aus der Region

Während die Ehemänner in den am Rande eingerichteten Bistros stehen und laut diskutierend ihren Portwein genießen, kaufen die Ehefrauen an den Verkaufsständen in und um der Halle lokale Waren ein. Seien es Kräuter, Pfeffer, Oliven, Würstchen, Gemüse, Käse, Fleisch oder Stockfisch - hier gibt es die ganze Vielfalt Portugals. Auch wir decken uns mit Lebensmitteln ein, denn in unserem Hotel haben wir ein Studio gemietet, dessen Kühlschrank wir auffüllen möchten. Die Preise sind - verglichen mit Deuschtschland - ausgesprochen günstig.

In direkter Nähe zur Markthalle befindet sich die Touristeninformation. Hier besorgen wir uns einen Stadtplan, um Loulé noch etwas ausführlicher zu erkunden. Im Zentrum der Altstadt befinden sich die mittelalterliche Burgruine und einige Kirchen. Außerdem gibt es die ein oder andere Einkaufsstraße und schöne Cafés. Bei herrlichem Frühlingswetter setzen wir uns in ein Cafe und stärken uns mit einigen Leckereien.

Wir schauen uns die Igreja de São Lourenço an

Wir verlassen Loulé und fahren als nächstes zur Igreja de São Lourenço, einer Kirche auf einem kleinen Hügel. Um sie von innen zu sehen, zahlen wir 2 Euro Eintritt pro Person. Diese Kirche sollte man nicht verpassen, denn sie gilt als eine der bewerkenswertesten ganz Portugals. Auch wir haben so eine Art von Kircheninnenraum noch nicht gesehen: von den Kuppeln bis zum Boden ist die Kirche mit herrlichen blauweißen "azulejos" (Kacheln) ausgekleidet. Das Fotografieren in der Kirche ist strengstens verboten.

Nun fahren wir zu unserem Hotel in Albufeira. Albufeira ist eine typische Touristenhochburg mit zahlreichen Hotelhochhäusern. Somit ist die Umgebung natürlich nicht wirklich schön, doch unsere Wahl fiel auf Albufeira, da ziemlich genau in der Mitte der Algarve gelegen ist und somit ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ist.

Unser Hotel, das Aparthotel Paraíso de Albufeira, ist eine der vielen großen Apartmentanlagen. Es scheint zwar schon älter zu sein, aber offensichtlich ist es vor kurzem renoviert worden. Wir sind jedenfalls sehr zufrieden. In unserem Studio ist alles Nötige und sogar noch mehr vorhanden. Vor allem die Kochecke ist überdurchschnittlich gut ausgestattet. Selbst eine Mikrowelle und einen Toaster gibt es.

Sonnenuntergang über Albufeira

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, erkunden wir die Umgebung etwas genauer. Es gibt große Supermärkte, Einkaufszentren, Fast-Food-Ketten und alles wonach der Massentourismus sonst noch begehrt. Wir laufen Richtung Meer, das wir genau passend erreichen, um den Sonnenuntergang über der Altstadt beobachten zu können.

Von hier fährt auch eine der typischen Touristen-Minizüge ab, mit dem wir eine Rundfahrt durch Albufeira machen. Doch etwas Besonderes gibt es eigentlich nicht zu sehen. Auch das, wofür die Touristen sonst hier sind, ist wenig spannend: die als "Strip" bezeichneten Kneipenmeile ist am frühen Abend bereits menschenleer - es ist Nebensession.

Nachdem wir etwas gegessen haben, machen wir uns zurück im Hotel für den heutigen - ich nenne es mal so - "Galaabend" fertig. Heute tritt - wie jeden Samstag in der Wintersession - "Carlos Bastos" auf und spielt mit seiner Gitarre. Etwa zehn ältere Gäste haben sich eingefunden und lauschen den Klängen. Eine Hoteldisco gibt es auch, die ist aber geschlossen, was bei fehlenden Gästen ja auch irgendwie Sinn macht.

So begeben wir uns nach einem leckeren Cocktail in der Bar auf unser Zimmer.

Sonntag, 11.1.: Der Osten bis zur spanischen Grenze

Das Frühstück wird im großen, sehr sauberen Hotelrestaurant serviert. Es gibt eine gute Auswahl an Obst, warmen Frühstücksspeisen, Kaffeegetränken und sogar leckeren Brötchen. Wir sind überaus zufrieden.

Maler auf den Mauern des Castelo dos Mouros in Tavira

Nach dem Frühstück schauen wir uns das Hotelgelände etwas näher an. Der Poolbereich sieht nicht wirklich nett aus, aber vielleicht ist er im Sommer schöner hergerichtet. Darüber hinaus gibt es einen Innenpool, einen Spielhalle, mehrere Shops, eine Internetecke mit kostenlosen WLAN sowie ein offensichtlich sehr gutes aber kostenpflichtiges Fitnessstudio eines Drittbetreibers.

Heute möchten wir den Osten der Algarve erkunden. Unser erstes Ziel ist das 70 km entfernte Tavira. Dort angekommen verstehen wir, dass Tavira in unserem Reiseführer als "attraktivste", "eleganteste" und "hübscheste" Stadt der Algarve beschrieben wird. Die Stadt wirkt erhaben und trotzdem verträumt. Typisch sind die herrlichen Häuserfronten, die mit Azulejos verkleidet sind.

In den Gassen von Tavira

Im Castelo dos Mouros, der Überreste einer Festungsanlage aus der Zeit König Dinis (1261-1325), ruhen wir uns etwas aus. Im Inneren der alten Mauern wurde ein gepflegter Garten mit wohlriechenden Blumen angelegt. Wir besteigen die Wehrtürme des Kastells und genießen die Aussicht über die Stadt. Der Blick auf die Häuser mit ihren Walmdächern und die portugiesischen Kirchtürme bei strahlendem Sonnenschein ist Urlaub pur.

Auch der Rest der Stadt, den wir uns anschließend anschauen, ist sehr schön. Mitten durch die Stadt fließt der Rio Gilão. An seinem Ufer befindet sich der Praça da República, der Hauptplatz der Stadt. Von hier aus führt die Ponte Romana (Römische Brücke) ans andere Ufer. Dort setzen wir uns in ein Café und genießen die Mittagssonne.

Bei schönstem Frühlingswetter ...

Auf unserer weiteren Fahrt machen wir immer wieder Halt und genießen die frühlingshaften Temperaturen. Nachdem wir in einem Supermarkt eingekauft haben, fahren wir zum nächstgelegenen Strand, von denen es hier viele gibt. Wir landen an dem recht großen Strand "Praia da Manta Rocha". Wir finden einen perfekten Liegeplatz, der wie für ein Picknick in der Sonne geschaffen ist. Sehr schön!

Unsere weitere Fahrt führt bis nach Vila Real de Santo António, wo wir aber nur einen kurzen Halt machen. Der Ort befindet sich am Fluss Rio Guardiana, der als Grenze zwischen Spanien und Portugal fungiert.

... legen wir ein Picknick am Strand ein

Da wir nun also am östlichsten Punkt der portugiesischen Küste angekommen sind, fahren wir wieder zurück nach Albufeira. Unterwegs machen wir noch Halt am Castro Marim, einer Burg aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Außer dem Ausblick auf das Umland gibt es hier allerdings nicht viel zu sehen.

Einen letzten kurzen Halt machen wir dann noch einmal in Faro. Wir schlendern etwas durch die Altstadt, die uns wirklich gut gefällt. Leider sind wir um halb sechs abends aber schon zu spät dran und alles ist geschlossen. Die Altstadt wirkt um diese Zeit (im Winter) wie ausgestorben.

Zurück im Hotel überlegen wir, wo wir am besten Essen gehen können. Unsere Wahl fällt auf das Restaurant in unserem Hotel. Für ein Essen á la carte (wir hatten nur Frühstück im Zimmerpreis inkludiert) mit einem Glas Wein zahlen wir rund 10 Euro. Das Essen selbst ist okay. Herausragender ist der professionelle und freundliche Service.

Montag, 12.1.: Mein Geburtstag am südwestlichsten Punkt Europas

Nach dem Frühstück machen wir uns auf, um heute den Westen der Algarve zu entdecken. Unser erster Halt ist Lagos. Wir schauen uns etwas um. Der Ort ist vor allem für seine Kirche Igreja de Santo Antonio bekannt. Außerdem verfügt er über eine wunderschöne Bucht mit einem kleinen Sandstrand.

An der Westalgarve gibt es herrliche Badebuchten

Von Lagos fahren wir die Küste entlang Richtung Westen. Immer wieder finden wir kleine und große Strände. In Praia de Luz legen wir unseren nächsten längeren Halt ein. Praia de Luz ist eine gepflegte Feriensiedlung mit weißen niedrigen Apartmenthäusern, die hauptsächlich von britischen Rentnern bewohnt werden.

In einem schönen Café am Strand genießen wir die Sonne und ruhen uns aus. Anschließend laufen wir bei herrlichstem Sonnenschein den Strand entlang, an dessen Ende sich steile Klippen dem Meer entgegen stellen.

Wir fahren weiter Richtung Westen, bis es nicht mehr weiter geht. Hier befindet sich zuerst das Fortaleza de Sagres und darauf folgt das Cabo de São Vicente, der südwestlichste Punkt Europas.

Blick vom Fortaleza de Sagres

Im Fortaleza de Sagres, einer alte Festung, bereitete angeblich der Nationalheld Portugals, Heinrich der Seefahrer, im 15. Jahrhundert seine Entdeckungsreisen vor. Damit machte er Portugal zum damals wohlhabensten Land Europas. Der Eintritt in die Festung kostet 3 Euro (da sie zurzeit renoviert zahlen wir allerdings nur die Hälfte).

Wirklich sehenswert ist die Festung jedoch nicht. Lediglich die Aussicht von hier aus beeindruckt. Bemerkenswert sind allerdings die Angler, die am Abgrund der 70 Meter hohen Klippen stehen und mit ihren Angeln Fische aus dem Meer weiter unter ihnen ziehen.

Das Cabo de São Vicente, der südwestlichste Punkt Europas

Von der Fortaleza windet sich eine sechs Kilometer lange Straße bis zum Cabo de São Vicente. Früher glaubte man, hier sei das Ende der Welt. Die Römer sprachen sogar von der "Promontorium Sacrum" (Heiligen Landspitze) und verehrten diesen Ort als Ruhestätte der Götter.

Da wir also am "Ende der Welt" angekommen sind und somit nicht weiter fahren können, drehen wir um. Mit einigen kurzen Zwischenstopps erreichen wir am Abend unser Hotel in Albufeira, wo wir noch einmal im Hotelrestaurant zu Abend essen.

Dienstag, 13.1.: Die Rückreise

Nachdem wir an allen anderen Tagen perfektes Wetter mit strahlendem Sonnenschein hatten, regnet es heute Morgen. Das ist aber nicht schlimm, denn heute fliegen wir schon um halb zehn zurück nach Deutschland. Nach einem kurzen letzen Frühstück fahren wir zum Flughafen, geben den Mietwagen ab und fliegen zurück nach Weeze.

Im Winter blüht die Natur an der Algarve auf

Fazit:

Unser Hotel Paraíso de Albufeira war für unseren Zweck gut. Vor allem der Service und das Hotelrestaurant waren besser als man das zum günstigen Preis, den wir bezahlt haben, erwarten darf. Für einen längeren Sommerurlaub würde ich dieses Hotel aber nicht buchen wollen.

Unser kurzer Besuch an der Algarve hat Lust auf mehr gemacht. In der südlichsten Region Portugals kann man einen schönen Strandurlaub verbringen und findet außerdem viele Ausflugziele wie die Orte Loulé oder Tavira, die ihre Ursprünglichkeit gegenüber den Touristenhochburgen an der Küste bewahren konnten.

Sicherlich hatten wir großes Glück mit dem Wetter, was man im Winter wohl nicht zwingend erwarten kann. Trotzdem hat ein Besuch zu dieser Jahreszeit auch Vorteile: überall blüht es und die Landschaft wirkt lebendiger. Darüber hinaus trifft man weniger Touristen an und fühlt sich um einiges individueller.

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