Wochenendtrip nach Den Haag

Datum:
18. bis 20. Juli 2008
Dauer:
3 Tage
Hotel:
Karte:
Reisekarte
Bereiste Städte:
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Reisebericht

Regenbogen über Den Haag, der Welthauptstadt des Rechts
Regenbogen über Den Haag, das als Hauptstadt des Rechts gilt

Diesen Sommer möchten wir ein Wochenende an der holländischen Nordsee verbringen. Also halte ich Ausschau nach einem guten Angebot.

Ein solches finde ich bei eBay. Dort werden einige Gutscheine für das Mövenpick Hotel Voorburg in Den Haag angeboten. Wir ersteigern einen Hotel-Gutschein zum Preis von 149 Euro. Der Gutschein umfasst zwei Übernachtungen in einem Deluxe-Zimmer, Frühstück an beiden Tagen, ein Willkommensgetränk an der Bar sowie zwei Eintrittskarten in das Wellness-Center "Vitalizee" direkt am Strand von Scheveningen.

Da auch die Bahn ein passendes Angebot hat, lassen wir bei den momentanen Spritpreisen das Auto stehen, schonen die Umwelt und fahren für 19 Euro mit dem IC nach Den Haag. Diesen Preis bietet die Bahn im Rahmen ihres Angebots "Europa Spezial Niederlande" an, bei dem man für 19 Euro von grenznahen Bahnhöfen sowie für 39 Euro von ganz Deutschland aus in die Niederlande reisen kann.

Freitag, 18.7.: Ein erster Rundgang

Damit wir in Den Haag auch noch etwas vom Tag haben, fahren wir bereits um 7 Uhr mit dem Zug los. Leider verläuft die Hinreise nicht ganz problemlos, denn unser Zug wird nach dem letzten Umsteigen in Amersfoort in zwei Teile aufgeteilt. Einer davon fährt nach Den Haag, der andere nach Rotterdam. Irgendwie haben wir es hinbekommen im falschen Teil zu sitzen. Bis wir das merken, sind wir allerdings bereits in Rotterdam. Gut dass die Fahrt von Rotterdam nach Den Haag nicht allzu lange dauert.

Mit dem Zug fahren wir nach Den Haag
Mit dem IC fahren wir für 19 Euro in die Niederlande

Am Hauptbahnhof von Den Haag angekommen essen wir etwas und kaufen uns eine "Strippenkaart". Die Strippenkaart ist eine Fahrkarte, die man für mehrere Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen kann. Die 15er-Strippenkaart kostet 6,90 Euro. Man stempelt eine Fahrt ab, indem man die gewünschte Anzahl von Abschnitten umknickt und die Karte dann in einen der Stempel-Automaten steckt. Für eine Fahrt müssen pro Person zwei Abschnitte entwertet werden. Überquert man die Grenze zwischen zwei Tarifbereichen, so kommt ein weiterer Abschnitt hinzu. Für die Fahrt von Den Haag in den Strand-Vorort Scheveningen benötigt man somit z.B. drei Abschnitte.

Unser Mövenpick Hotel Voorburg
Das Mövenpick Hotel Voorburg

Unser Hotel liegt in einem Vorort von Den Haag namens Voorburg. Für die Fahrt nach Voorburg wählen wir den Zug. Eine Fahrt kostet drei Abschnitte der Strippenkaart, 2,20 Euro als Einzelfahrt oder 3,30 Euro als Hin- und Rückfahrtticket innerhalb eines Tages (Dagretour).

Das Mövenpick Hotel liegt direkt gegenüber dem Bahnhof Voorburg. Wie angepriesen bekommen wir ein Deluxe-Zimmer. Es ist sehr sauber, gemütlich eingerichtet und umfangreich ausgestattet. Neben dem üblichen Inventar wie einer Minibar und einem Schreibtisch finden wir einige Besonderheiten im Zimmer: einen Wasserkocher mit Instant Tee- und Kaffeevariationen, Magazine, im Bad eine Infrarot-Wärmelampe an der Decke und eine Quietsche-Ente für die Badewanne. Weiteres kann man auf Wunsch dazu bestellen, die Liste ist lang: Nackenrolle, Nackenstützkissen, Hirsespreukissen, Wolldecke, Allergikerbettdecke, Wärmeflasche, Fuß-Massageroller oder ein Teddy-Bären zum Kuscheln. Das nenne ich wirklich ein Deluxe-Zimmer!

Wir ruhen uns etwas aus und fahren anschließend in die Innenstadt von Den Haag. Vorher bedienen wir uns aber noch an den neben der Rezeption ausgehängten Rabatt-Karten für Restaurants und Sehenswürdigkeiten in Den Haag.

Architektonische Highlights in den Haag
Architektonische Highlights

Für einen Tag am Strand ist es leider zu bewölkt. Doch wie wir sehen werden, ist die Innenstadt von Den Haag eine wunderschöne Alternative.

Vom Hauptbahnhof aus laufen wir zum Stadthaus. Auch wenn sich auf dem Weg dorthin noch einiges im Bau befindet, sind wir jetzt schon von den architektonischen Highlights fasziniert. Die Hochhäuser, die sich hier befinden, wurden in den unterschiedlichsten Farben und Materialien erbaut und fügen sich doch in ein Gesamtbild ein. Sie prägen die Skyline von Den Haag, welche inzwischen ein Wahrzeichen der Stadt ist.

Das Stadthaus ist vom Architekten Richard Meier komplett in Weiß gebaut worden. Ihm gegenüber steht der schwarze "Dr. Anton Philipszaal", ein Musiktheater. Kurz schauen wir uns die hier gelegene Nieuwe Kerk an und laufen dann weiter zum Binnenhof. Er ist die ehemaligen Stammburg der Oranier und Sitz des Parlaments der Niederlande. Morgen möchten wir uns den Binnenhof noch etwas näher anschauen und laufen deshalb erstmal weiter in Richtung des Paleis Noordeinde. Er ist der offizielle Amtssitz der niederländischen Monarchie, in dem die Königin auch ihre Staatsbesuche empfängt.

Der Königliche Paleis Noordeinde in dem die niederländische Monarchie ihren Sitz hat
Der Paleis Noordeinde

Wir laufen die recht schöne Straße weiter herunter bis zum "Panorama Mesdag". Der Eintritt kostet 6 Euro, was ich als stark überteuert empfinde. Geboten wird dafür neben einigen weniger interessanten Gemälden der Besuch des runden Raumes, in dem der Maler H. W. Mesdag im Jahre 1881 eine 360° Ansicht des damals gerade entstehenden Badeortes Scheveningen an die Wand malte. Das Gemälde ist ganze 120 Meter lang und 14 Meter hoch. Ein Besuch ist ein besonderes Erlebnis, denn man fühlt sich, als würde man ins Jahr 1881 versetzt und mitten in dieser Landschaft stehen.

Vom Panorama Mesdag ist es nicht weit bis zum Friedenspalast. Er ist der Sitz des Internationalen Gerichtshofs, dem Hauptrechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen. Darüber hinaus ist der Friedenspalast der Sitz des Ständigen Schiedshofes, der Haager Akademie für Völkerrecht und einer bedeutenden Völkerrechtsbibliothek.

Blick von der Seebrücke den Strand entlang
Blick entlang dem Strand von Scheveningen

Wir laufen noch etwas durch den nahe gelegenen Park und fahren dann mit der S-Bahn nach Scheveningen. Scheveningen ist einer der beliebtesten Strände der Niederlande. An der langen Strandpromenade finden wir Geschäfte, Restaurants und zahlreiche hippe Cocktailbars. Davon befinden sich sogar so viele zwischen Strand und Promenade, dass man aus den Strand kaum noch vernünftig sehen kann. Wir kaufen etwas ein, essen und machen uns einen gemütlichen Abend am Strand. Natürlich besuchen wir auch die 381 m lange Seebrücke, die ein Wahrzeichen Scheveningens ist.

Gegen 20 Uhr fahren wir dann mit der Tram zurück nach Den Haag. Dort gelangen wir auf die Waagenstraat, die sich in der Nähe des Hauptbahnhofs befindet. Schnell bemerken wir, dass wir im "China-Town" von Den Haag gelandet sind. Wir finden zahlreiche asiatische Restaurants und entscheiden uns schließlich für das thailändische Restaurant "Songkhla". Hier essen wir in einem sehr schönen Ambiente hervorragend zu Abend. Ein empfehlenswertes Restaurant, das übrigens auch einige Preise gewonnen hat. Für ein Abendessen mit Getränken zahlen wir für zwei Personen 45 Euro.

"Die Passage" ist eine überdachten Einkaufsstraße aus dem Jahre 1885
Die Passage

Samstag, 19.7.: Der Binnenhof und Wellness in Scheveningen

Um 10 Uhr begeben wir uns ins Hotel-Restaurant "Ciao and Mie" zum Frühstücken. Das Frühstück ist genial. Ein wahres Gourmet-Frühstück! Es gibt alles, was das Herz begehrt. Eier kann man sich in allen denkbaren Variationen bei der Köchin bestellen, die diese dann frisch zubereitet. Besonders lecker sind die Schweizer Spezialitäten (Mövenpick ist eine Schweizer Hotelkette): Rübli-Kuchen und Birchermüsli.

Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir mit dem Zug in die Innenstadt. Vom Hauptbahnhof aus laufen wir wenige Meter bis in den Shopping-Bereich der Innenstadt. Dort besuchen wir als erstes "Die Passage". Die Passage ist eine überdachte Einkaufsstraße aus dem 19. Jahrhundert. Wir schlendern durch die Geschäfte und kaufen die ein oder andere Kleinigkeit.

Der Binnenhof
Der Binnenhof ist der politische Mittelpunkt der Niederlande

Als nächstes möchten wir den Binnenhof besichtigen. Er ist nicht nur der Ort, um den herum sich die gesamte Stadt entwickelte, sondern auch der räumliche Mittelpunkt der niederländischen Politik. Im so genannten Goldenen Zeitalter (17. Jahrhundert) war der Binnenhof sogar das Zentrum der gesamten europäischen Diplomatie.

Im Wesentlichen besteht der Binnenhof aus einem großen Innenhof, der aus mehreren Gebäuden gebildet wird. Am auffälligsten ist der Rittersaal. Ihn kann man nur betreten, wenn man an einer Führung teilnimmt. Da wir hierauf aber nicht warten möchten, begnügen wir uns mit der Besichtigung des Vorraums. Auch die weiteren Gebäude besichtigen wir von außen (leider bei starkem Regen). Hier hat die Erste Kammer der Generalstaaten ihren Sitz, die ähnliche Funktionen wie der Deutsche Bundesrat einnimmt. Im angrenzenden Neubau sitzt die Zweite Kammer der Niederlande, die dem Deutschen Bundestag entspricht und Gesetzgebungsgewalt inne hat.

Als nächstes laufen wir über den direkt neben dem Parlament gelegenen "Plein", einen der beliebtesten Plätze der Stadt. Hier befinden sich zahlreiche Cafés und es ist immer etwas los. Zur Zeit findet z.B. ein Beachvolleyball-Turnier statt.

In einem Kaffee in der "Passage" stärken wir uns mit der typischen Nachmittags-Speise der Niederlande: ein Stück Apfelkuchen mit Schlagsahne und einem Kaffee.

Hübsche Strandbar in Scheveningen
In Scheveningen lassen wir es uns gut gehen

Anschließend fahren wir mit der Straßenbahn nach Scheveningen, denn wir haben von unserem Hotel ja noch einen Gutschein für die Wellness-Therme "Vitalizee" bekommen. Sie befinden sich direkt am Strand von Scheveningen. Der Eintritt hätte ansonsten 26,50 Euro pro Person gekostet. Ich leihe mir zwei Handtücher und einen Bademantel. Dafür muss ich 10,50 Euro extra bezahlen. Der Wellnessbereich umfasst mehrere schöne Saunen, einen Ruhebereich, Infrarotkabinen, Kräuterbäder, Whirlpools, ein Schwimmbecken und weitere Annehmlichkeiten. Auch ein Restaurant (Zutritt nur mit Bademantel) und ein Außenbereich sind vorhanden. Das Vitalizee gefällt mir sehr gut.

Inzwischen ist das Wetter draußen besser geworden. Wir suchen uns ein besonders schönes Strandcafé, in dem wir das ein oder andere Bier trinken, während der Tag langsam zu Ende geht.

Als wir Hunger bekommen, fahren wir zurück in die Innenstadt von Den Haag. Dort begeben wir uns am königlichen Palast vorbei entlang der Straße Noordeinde zu Pizza Hut, das in einem schönen Altbau untergebracht ist. Hier essen wir zu Abend, bummeln noch ein wenig durch die Stadt und fahren schließlich mit dem Zug zurück zu unserem Hotel in Voorburg.

Sonntag, 20.7.: Shopping in Den Haag

Nach dem abermals sehr guten Frühstück packen wir in aller Ruhe unsere Koffer und checken im Hotel aus. Wir fahren zum Hauptbahnhof von Den Haag und schließen unsere Koffer ein.

Straßenzug in Den Haag
In der Innenstadt kann man gut shoppen

Anschließend begeben wir uns noch einmal in die Innenstadt. Wir schlendern die Waagenstraat entlang durch das chinesische Viertel der Stadt. Danach bummeln wir die Shoppingmeilen Den Haags entlang. Obwohl Sonntag ist, haben fast alle Geschäfte geöffnet. Hier finden sich einige schöne Sachen, sei es Kleidung oder lustige Mitbringsel. Nachdem wir noch ein wenig Geld ausgegeben haben, essen wir etwas und fahren dann um 14:36 Uhr mit dem IC zurück nach Deutschland.

Der Friedenspalast von Den Haag als Sand-Skulptur
Der Friedenspalast als Skulptur aus Sand

Fazit:

Ursprünglich wollten wir einen Strandurlaub in Scheveningen verbringen, doch auf Grund des schlechten Wetters haben wir uns dann einiges in Den Haag selbst angeschaut. Dabei waren wir sehr positiv überrascht. Den Haag ist sauber und hat einen schönen Innenstadt-Bereich. Hier kann man hervorragend shoppen oder den Tag in einem der zahlreichen Cafés genießen. Darüber hinaus gibt es in der so genannten "Hauptstadt des Rechts" viel zu sehen. Moderne architektonische Highlights stehen neben geschichtlich und politisch bedeutungsvollen Gebäuden wie dem Binnenhof oder dem Friedenspalast.

Das Mövenpick Hotel Voorburg war eine sehr gute Wahl. Vor allem das Frühstück und die Ausstattung unseres Deluxe-Zimmers waren genial. Der Haken an diesem Hotel ist seine schlechte Lage in einem Vorort der Stadt. Wer diesen Nachteil aber in Kauf nimmt, ist mit dem Mövenpick Voorburg gut beraten.

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