Mietwagen - Was muss man beachten?

Ein Reiseland kann man am besten mit einem Mietwagen erkunden, denn mit ihm ist man frei beweglich und kann auch weiter entfernte Ziele einfach erreichen. Ich selbst buche bei längeren Reisen eigentlich immer einen Mietwagen. Deshalb fasse ich Euch in diesem Beitrag einige Tipps zusammen.

Das Wichtigste zuerst: im Reisegepäck den Führerschein und die Kreditkarte nicht vergessen!

Immer schön auf die Verkehrsschilder achten!

Was benötigt Ihr?

Vor der Buchung müsst Ihr Euch einige Fragen stellen: welche Wagenklasse soll es sein? Welche Extras benötigt Ihr?

Was die Wagenklassen angeht, so sind die Preisunterschiede enorm. Für mich hat bisher immer eine der kleineren Klassen ausgereicht. Man sollte sich auch nicht zu sehr auf das bei der Buchung genannte Auto-Modell versteifen. Ich kann mich nicht erinnern dass es schon mal genau das Modell geworden ist das vorher angegeben war. Oft sind es dann sogar eher bessere Modelle geworden.

Viel Geld sparen kann man, wenn man Dinge wie ein Navi oder Kindersitze von zuhause mitbringt statt es teuer als Extra zu buchen. Kindersitze können bei den meisten Fluggesellschaften kostenlos als Gepäck aufgegeben werden. Eine Sitzerhöhung lässt sich eventuell sogar als Handgepäck mitnehmen.

Preise vergleichen

Die Preisspanne vom teuersten zum günstigsten Anbieter ist bei Mietwagen enorm. Deswegen lohnt sich ein Preisvergleich. Dafür gibt es einschlägige Vergleichs-Portale. Hier ein paar auf denen ich meistens nachschaue:

Diese Vergleichsportale bieten aber nicht unbedingt alle Anbieter. Manchmal gibt es kleine Anbieter, die sich vielleicht genau auf Eure Urlaubsregion spezialisiert haben. Schaut auch einmal nach solchen Anbietern indem Ihr danach googelt.

Mir ist darüber hinaus aufgefallen, dass ein Preisvergleich zu verschiedenen Zeitpunkten ebenfalls sehr lohnenswert ist. Bei meiner vorletzten Reise im Mai hatte ich den Mietwagen bereits im November des Vorjahres für einen Preis von 287 € gebucht. Ich habe dann bis zur Abreise den Preis des Öfteren erneut verglichen. Im Januar kostete der Wagen 263 €, Anfang Mai 198 € und Mitte Mai dann 127€. Und das bei gleicher Leistung! Gut dass die Buchungen kostenlos stornierbar waren, denn so habe ich am Ende ganze 160 € weniger bezahlt.

Die Geschäftsbedingungen des Anbieters

Damit wären wir bei den Geschäftsbedingungen. Als erstes solltet Ihr darauf achten, dass die Buchung kostenlos stornierbar ist. Solltet ihr Eure Reise dann mal stornieren müssen, so habt ihr keinen finanziellen Verlust. Eure Flug und Hotelbuchung könnt ihr für so einen Fall zusätzlich mit einer Reiserücktrittsversicherung absichern, z. B. bei der URV.

Achtet als nächstes auf die Regelung zum Tanken. Ihr solltet nur zuschlagen wenn die Regelung "voll/voll" im Vertrag steht. Gemeint ist damit, dass Ihr das Auto mit vollem Tank bekommt und es mit vollem Tank auch wieder abgeben könnt. Dann könnt Ihr einfach soviel Benzin/Diesel verfahren wir Ihr benötigt. Auf der Rückfahrt zum Flughafen könnt Ihr an einer Tankstelle noch einmal volltanken und alles ist geregelt. Wesentlich schlechter ist z.B. eine Regelung wie "voll/leer". Dann zahlt Ihr bei der Abholung des Mietwagen einen meistens überteuerten Aufschlag für die Tankfüllung. Davon wird Euch dann allerdings nichts zurück gegeben wenn Ihr den Wagen wieder abgebt. Und dass Ihr den Tank genau passend leer bekommt, das wäre ja purer Zufall. So zahlt Ihr dann viel zu viel für den Treibstoff.

Bei den Mietwagenfirmen gibt es wie überall auch schwarze Schafe. Deswegen solltet Ihr die Bewertungen anderer Kunden zu Rate ziehen. Außerdem solltet Ihr Euren Mitvertrag kennen wenn Ihr den Wagen abholt. So habe ich es immer wieder erlebt, dass man mir eine Zusatzversicherung angeboten hat, die ich gar nicht brauchte. Ich buche oft über eine Internetseite die selbst eine Vollkaskoversicherung für das Auto mit verkauft. Die wähle ich in der Regel auch. Der Abschluss einer zweiten Versicherung wäre also Geldverschwendung.

Eine besondere Herausforderung für uns Autofahrer vom Festland ist der Linksverkehr z.B. in Großbritannien

Am Flughafen angekommen

Wenn Ihr am Flughafen angekommen seid, solltet ihr wissen, wo Ihr Euren Mietwagen abholen müsst. Es gibt im Prinzip drei Varianten.

Die erste wäre: man muss zu einem Schalter einer Mietwagenfirma. Dort bekommt man dann Vertrag und Autoschlüssel, sucht den Wagen auf einem Parkplatz und kann losfahren. Zweite Variante: am Flughafen werdet Ihr von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter empfangen, der Euch den Wagen zum Flughafen gebracht hat. Das hört sich grundsätzlich bequem an, doch da Pünktlichkeit in vielen südlichen Ländern nicht so einen hohen Stellenwert hat, kann es bei dieser Möglichkeit schon mal sein, dass es nicht ganz so reibungslos klappt. Vor allem bei der Abreise kann das ein Problem sein. Die dritte Möglichkeit hört sich vielleicht erst mal unbequem an: am Flughafen steigt man in einen Shuttlebus und wird zur Mietwagenfirma außerhalb des Flughafens gebracht wo man die Formalitäten erledigt und dann den Wagen übernimmt. Diese Variante ist meistens die günstigste und meiner Erfahrung nach kann auch sie bequem sein: man muss die Koffer nicht vom Terminal zu einem weit entfernten Parkplatz schleppen, denn der Transferbus hält oft direkt vor dem Terminal. Wichtig dabei ist nur, dass man sich die Lage des Büros für die Rückgabe des Wagens gut merkt. Bei Bedarf sollte man sich die Position vor der Abfahrt einfach im Navi oder Handy speichern.

Erlebnisse der besonderen Art hat man eher auf den Seitenstraßen als auf der Autobahn

Wenn Ihr dann vor dem gemieteten Wagen steht, wird der Mitarbeiter der Mietwagenfirma mit Euch zusammen ein Übergabeprotokoll ausfüllen. Manche Kunden sind dann sehr genau und beschweren sich über jeden kleinen Kratzer der nicht im Protokoll vermerkt ist. Das muss aber keine Böswilligkeit des Vermieters sein, denn nicht in allen Ländern wird mit den Autos so zimperlich umgegangen wie in Deutschland. Da wird die ein oder andere Beule vielleicht gar nicht als solche angesehen. Ich mache es sowieso anders. Zum einen buche ich eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung dazu. Wenn es hinterher Streit über einen Kratzer geben sollte, dann zahlt ja die Versicherung. Zweites mache ich vor der Abfahrt nochmal von allen Seiten ein Foto vom Wagen. Das kostet bei einer Digitalkamera nichts und im Zweifelsfall hoffe ich, dass die Fotos etwas beweisen können. Jedoch kam es bei mir noch nie so weit.

Endlich unterwegs

Wenn Ihr dann endlich in Eurem Mietwagen sitzt habe ich noch einen Tipp zum Schluss: fahrt bitte nicht nur nach Navi. Das Navi ist dazu da Euch schnell (am besten über eine Autobahn) von A nach B zu bringen. Es wird Euch niemals die Route mit der schönsten Landschaft ausrechnen oder Euch unterwegs noch zu einem verwunschen Ort bringen der typisch für das Land ist, dass Ihr gerade besucht!

Ansonsten wünsche ich Euch eine gute Fahrt!