Kurztrip nach Athen

Datum:
25. bis 28. Dezember 2005
Dauer:
4 Tage
Hotels:
Ibis am Dom , Köln (1 Nacht)
Best Western Hotel Zinon , Athen (2 Nächte)
Karte:
Reisekarte
Bereiste Städte:
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Reisebericht

Mein Gewinnerfoto auf der Webseite der Germanwings Reise-Community

Juchhu, gewonnen!

Mein Foto der Sagrada Familia in Barcelona wurde zum Foto der Woche in der Germanwings Reise-Community gekürt. Als Gewinn bekomme ich einen Freiflug!

Das Ziel darf ich mir selbst aussuchen. Ich suche mir eine Stadt aus, die ich schon immer mal besuchen wollte, aber zu der nur selten günstige Flüge angeboten werden: Athen.

Im Sommer komme ich allerdings nicht dazu, den Gutschein einzulösen. Als dann der neue Winterflugplan erscheint, entscheide ich mich zwischen Weihnachten und Neujahr für einige Tage nach Griechenland zu fliegen. Als Ausgangsbasis für meine Sightseeing-Tour habe ich mir ein Zimmer in einem zentral gelegenen 3-Sterne Hotel der Best Western-Hotelkette reserviert.

Die Ostfassade des Parthenon auf der Akrópolis

Die Anfahrt zum Flughafen nach Köln möchte ich mit dem Zug machen, da das - wenn man die horrenden Parkgebühren mit rechnet - günstiger ist, als mit dem Auto. Die Fahrzeiten der Züge sind allerdings auf der Hinfahrt recht ungünstig. Da kommt mir eine Preisaktion von Ibis gerade recht: Zum unglaublichen Preis von 1 Euro können vom 24.12. bis zum 6.1. auf einer extra dafür eingerichteten Internetseite insgesamt 10.000 Doppelzimmer gebucht werden. Bei dieser Aktion schlage ich natürlich zu. So werde ich am Abend vor dem Hinflug (also am ersten Weihnachtstag) gemütlich nach Köln fahren, im Ibis-Hotel "Köln am Dom" übernachten und dann am nächsten Morgen vom Hotel zum Flughafen weiter fahren.

Am Abend des 25.12. komme ich am Kölner Hauptbahnhof an

Sonntag, 25.12.: Die Vorübernachtung in Köln

Gegen 16 Uhr fahre ich also mit dem Zug los Richtung Köln. Dafür bietet sich ein "SchöneFahrtTicket NRW" an, mit dem man zum Preis von 12 Euro (auf der Rückfahrt hat es komischerweise 13,20 Euro gekostet) zwei Stunden lang mit Nahverkehrszügen innerhalb NRWs fahren kann.

In Köln angekommen brauche ich keine 20 Meter zu laufen, denn das Ibis Hotel Köln am Dom befindet sich quasi im Gebäude des Hauptbahnhofes. Ich checke ein und bekomme das Zimmer 406 zugeteilt. "Das macht einen Euro in bar bitte", sagt die junge Dame am Empfang. Kaum zu glauben dieser Preis. Der Normalpreis für ein Doppelzimmer beträgt übrigens 89,- Euro.

Das Zimmer ist sauber und groß, aber recht einfach eingerichtet. Obwohl das Hotel so extrem zentral gelegen ist, ist es im Zimmer durch eine doppelte Verglasung leise. Aus meinem Fenster kann ich sogar den Kölner Dom sehen.

Vom Hotel aus laufe ich in die Kölner Innenstadt. Da heute der erste Weihnachtstag ist, haben die Geschäfte und sogar viele Gaststätten geschlossen. Ich laufe etwas durch die Stadt bis über die Deutzer-Brücke ans andere Rheinufer, von wo ich ein paar schöne Fotos mache. Auf dem Rückweg esse ich in einem Steakrestaurant für 12 Euro recht gut, bevor ich mich zurück ins Hotel begebe.

Mit Germanwings geht's vom Flughafen Köln-Bonn nach Athen

Montag, 26.12.: Piräus und Athen bei Nacht

Um 7:30 Uhr gehe ich in den Frühstückssaal. Zuerst hatte ich das Zimmer ohne Frühstück gebucht. Doch da mir klar geworden ist, dass ich am heutigen zweiten Weihnachtstag wohl nirgendwo anders auf die Schnelle ein gutes Frühstück bekommen werde, nehme ich nun doch für 9 Euro das Frühstücksbuffet vom Hotel. Das Buffet ist recht gut und sicherlich besser als in den meisten drei Sterne Hotels im Ausland (das Ibis Hotel Köln am Dom hat zwei Sterne).

Nach dem Frühstück fahre ich mit der S-Bahn zum Kölner Flughafen. Von dort geht's pünktlich um 10:05 Uhr mit dem Flieger nach Athen. Der Flug dauert 3 Stunden. Dazu kommt noch eine Stunde, die uns Griechenland auf Grund der Zeitverschiebung voraus ist. Somit lande ich um 14 Uhr auf dem Athener Flughafen.

Trotz der Taxis: das ist nicht New York, sondern Athen

Nachdem ich meinen Koffer vom Band abgeholt habe, laufe ich vom Ausgang des Terminalgebäudes einige Meter nach rechts, wo ich ein Ticket-Häuschen finde. Dort kaufe ich für 2,90 Euro ein Busticket. Mit dem Express-Bus X94 fahre ich bis zur Endstation (Metrostation Etniki Amyna).

Dort kaufe ich mir wiederum für 3 Euro ein 24-Stunden-Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel Athens. Dieses 24-Stunden-Ticket gilt allerdings erst ab dieser Metrostation, deshalb der Umweg mit dem Express-Bus. Alternativ kann man aber auch für 6 Euro direkt mit der Metro vom Flughafen aus fahren, dann hat man allerdings kein 24-Stunden Ticket.

Das Best Western Hotel Zinon am Omónia-Platz

Ich fahre also mit der Metro weiter in die Innenstadt (Linie 3 Richtung Monastiráki). An der Station "Syntagma" steige ich in die Linie 2 um und fahre zum Omónia-Platz. Dort in der Nähe soll mein Hotel sein. Allerdings muss ich es etwas länger suchen. Dabei fällt mir auf, dass das Hotel in der wohl übelsten Ecke der Stadt liegen muss. Die Gestalten, die hier rund um den Omónia-Platz und vor allen in den Seitenstraßen herum laufen, sehen alles andere als vertrauenswürdig aus.

Nachdem ich das Hotel dann doch noch gefunden habe, checke ich ein. Ich bekomme das Zimmer 606. Es ist kein besonders schönes Zimmer. Aus dem Fenster guckt man direkt gegen eine graue Betonwand. Wie es von einem günstigen Hotel im südlichen Ausland zu erwarten war, ist es auch nicht besonders sauber.

Ich mache mich kurz frisch und fahre danach vom circa 300 Meter entfernten Omónia-Platz mit der Metro Linie 1 nach Pireas (Piräus).

Der Hafen Kantharós von Piräus

Piräus ist die Hafenstadt von Athen. Wo in der Antike bereits die Handels- und Kriegsschiffe fest machten, finden sich nun zahlreiche Frachter-, Fähr- und Kreuzfahrtschiffe. Im näheren Bereich des Hafen schaue ich mich etwas um. Es finden sich viele Geschäfte, doch die sind auf Grund des heutigen Feiertages alle geschlossen.

Irgendwann fahre ich dann mit der Metro zurück zur Station "Monastiráki". Von dort laufe in Richtung der gut sichtbaren Akrópolis. Auf dem Weg dort hin komme ich an einer in einen Felsen gemeißelten, rutschigen Treppe vorbei. Diese klettere ich hinauf und stelle fest, dass ich nun auf dem Areopag stehe. Dieser kahle Felsen war die ganze Antike über Versammlungsort des obersten Athener Gerichtshofes, eben des Areopags, der in wichtigen Verhandlungen wie z.B. Mordsachen seine Urteile fällte. Von hier aus hat man eine sehr schöne Aussicht auf die Akrópolis, die am späten Abend hell beleuchtet ist. Auch die Aussicht auf die am Fuße des Felsens liegende Stadt ist sehr schön.

Nachdem ich einige lohnenswerte Minuten auf dem Areopag verbracht habe, laufe ich weiter vorbei am ebenfalls wunderbar beleuchteten Amphitheater "Odeon des Herodes Attikus".

Ein griechischer Bauernsalat schmeckt in einer griechischen Taverne natürlich besonders gut

Mein Weg führt weiter in die Altstadt (Pláka). Da ich ziemlichen Hunger habe, gehe ich in die erst beste Taverne und esse etwas. Darauf hatte ich mich schon lange gefreut, da ich sehr gerne griechisch esse. Ich bestelle Lamm-Souvlaki und einen griechischen Salat. Herrlich. 17 Euro finde ich allerdings etwas teuer, vielleicht hätte ich vorher die Preise vergleichen sollen.

Durch die Pláka laufe ich zu einer Metrostation, von wo ich zurück zum Hotel fahre.

Dienstag, 27.12.: Athen komplett - von den antiken Monumenten bis zur modernen Einkaufsmeile

Gegen 8 Uhr gehe ich ins Hotelrestaurant zum Frühstück. Das kann mich allerdings nicht wirklich überzeugen. Als Brot gibt es nur süßes, weiches Weißbrot und der Kaffee schmeckt wie aufgewärmt.

Meine Sightseeingtour beginnt am Dionisos-Theater

Nachdem ich trotzdem ein wenig gegessen habe, um mich für einen langen Sightseeing-Tag zu stärken, verlasse ich das Hotel Richtung Metro-Station. Mit der Linie 2 fahre ich zur Station "Akrópoli". Von dort laufe ich zum Eingang der Akrópolis. Eine Eintrittskarte kostet 12 Euro. Für bestimmte Personengruppen wie Minderjährige oder Studenten aus der EU ist der Eintritt frei. Auch an bestimmten Sonn- und Feiertagen ist der Eintritt frei. Die selbe Eintrittskarte gilt im Übrigen auch für so ziemlich alle weiteren Ausgrabungsstätten Athens.

Das Odeon des Herodes Attikus

Als erstes schaue ich mir das Dionisos-Theater an. Es liegt am Südhang der Akrópolis und ist die Geburtsstätte des europäischen Theaters. Hier fanden seit dem 6. Jh. v. Chr. alljährlich Festspiele statt. Zuerst nur mit Tänzen und Chorgesängen, später kam ein gewisser Thespis auf die Idee, dem Chor einen Gegenspieler zur Seite zu stellen. Der Dialog und damit das Theater war geboren.

Einige Meter entfernt vom Dionisos-Theater liegt das größere und im Moment in Restaurierung befindliche Amphitheater "Odeon des Herodes Attikus". Dieses wurde 161 n. Chr. gebaut und wird noch heute für Aufführungen im Rahmen des Athener Festivals genutzt.

Die Propyläen sind das gewaltige Eingangstor zur Akrópolis

Von hier aus laufe ich weiter durch das festungsartige Beulé-Tor zu den Propyläen. Diese wurden 437 bis 432 v. Chr. als monumentaler Eingangsbereich zu den Heiligtümern auf der Akrópolis gebaut. Es ist schon ein beeindruckendes Gefühl, wenn man diese Stufen beschreitet.

Von den Propyläen gelangt man direkt zum Parthenon. Dies ist der größte und immer noch glanzvollste Bau auf der Akrópolis. Wie mag dieses Gebäude erst in der Antike gewirkt haben, als es alles bisher dagewesene technisch und künstlerisch bei Weitem übertroffen hat. Um sich die Wirkung des Parthenon vorzustellen, muss man wissen, das inzwischen das Dach, einige Wände und die farbigen Bemalungen fehlen.

Das Parthenon - rechts unten der schwer beeindruckte Mario

Als besonders imposant empfinde ich die fast organische Harmonie: das Parthenon wirkt kaum wie ein menschliches Bauwerk, sondern scheint aus dem Boden gewachsen zu sein! Die Proportionen sind perfekt. Die Säulen haben eine leicht bauchige Form - ähnlich einer Flasche - und sind minimal nach hinten gekippt. Dadurch wirken sie kraftvoll aber nicht steif. Dieses Gebäude muss man einfach mit eigenen Augen erlebt haben!

Die Korenhalle des Erechtheion

Während das Parthenon hauptsächlich zu Repräsentationszwecken erbaut wurde, findet sich in seiner Nähe das Erechtheion, ein herkömmlicher Tempel in dem zahlreiche Gottheiten verehrt wurden. Der auffälligste und bekannteste Teil ist wohl die Korenhalle, deren Dach von sechs Mädchenstatuen (Koren) getragen wird.

Ich laufe weiter zum Belvedere, ein Platz der im 19. Jahrhundert speziell für die griechische Königsfamilie angelegt wurde. Von hier aus hat man einen wunderbare Aussicht auf die gesamte Stadt. Direkt am Fuß dieses Platzes befindet sich der Eingang zum Akrópolis-Museum. Hier werden in neun Sälen antike Funde vom Akrópolis-Hügel ausgestellt. Ich halte mich ungefähr eine halbe Stunde im Museum auf, wobei man sicherlich auch noch mehr Zeit hier verbringen könnte.

Die Heilige Straße

Ich verlasse die Akrópolis und komme am Areopag vorbei, den ich schon gestern Abend besucht hatte. Vom Areopag aus geht es weiter zur Agorá, dem antiken Markt- und Versammlungsplatz. Dabei laufe ich die Heilige Straße entlang, einer Art Hauptstraße im antiken Athen, deren Pflaster in einigen Bereichen noch im Originalzustand erhalten ist.

Die Agorá bildete 1.000 Jahre lang, vom 5. Jh. v. Chr. bis 580 n. Chr., den Mittelpunkt des kommerziellen und gesellschaftlichen Lebens der Athener. Hier befinden sich Gebäude wie das Prytaneion, das Zentrum der Verwaltung, und die Werkstatt eines gewissen Schusters Simon. In diesem unscheinbaren Haus pflegte Sokrates seine Schüler zu unterrichten, da diesen auf Grund ihrer Minderjährigkeit der Zugang zur eigentlichen Agorá verwehrt war.

Der Hephaistos-Tempel (auch Thiseion genannt)

Im Westen der Agorá besichtige ich den Hephaistos-Tempel. Er gilt als besterhaltener Tempel Griechenlands.

Im Osten der Agorá steht die Stoa des Attalos. Sie ist ein Nachbau der originalen Säulenhalle, die hier einst stand und wahrscheinlich Geschäfte beherbergte. In diesem Nachbau befindet sich das Agorá-Museum.

Hier sind Funde aus dem politischen und privaten Alltag der Menschen vor 2.000 Jahren ausgestellt. Kaum zu glauben, was es damals schon alles gab. Vom tragbaren Grill bis zur Zählmaschine für gerichtliche Abstimmungen ist hier einiges ausgestellt.

Ausstellungsstücke aus dem Agorá-Museum in der Stoa des Attalos

Ich verlasse die Ausgrabungsstätte in Richtung des Monastiráki-Platzes. Hier finde ich in einer Seitengasse eine schöne Taverne, in der ich zu Mittag esse. Ein Teller mit Gyros, ein griechischer Salat und ein halber Liter Wein kosten 13 Euro. Dazu wird üblicherweise noch ein Korb mit Brot gereicht.

Gut gestärkt geht's weiter zur Hadrians-Bibliothek, die in direkter Nähe zum Monastiráki-Platz gelegen ist. Diese besichtige ich nur kurz und laufe dann weiter zur Römischen Agorá.

Die Römer bauten eine neue Agorá

Sie wurde zusätzlich zur altgriechischen Agorá im Jahr 10 n. Chr. von den Römern angelegt und war ringsum von Säulenhallen mit Geschäftsräumen umschlossen. Direkt an der Römischen Agorá steht der Turm der Winde. Er beherbergte eine Wasseruhr, die auch die Zeit angeben konnte, wenn z.B. nachts die sonst gebräuchlichen Sonnenuhren versagten.

Der Hadrians-Bogen

Nun laufe ich quer durch die Athener Altstadt - die Pláka - zum Lysikrates-Denkmal. Von dort aus überquere ich die verkehrsreiche Straße Leofóros Amalías und komme am 1.900 Jahre alten Hadrians-Bogen an. Diesen ließ der römische Kaiser Hadrian aufstellen um die alte und die von ihm erbaute neue Stadt zu trennen.

Hinter dem Hadrians-Bogen befindet sich auf einem weiteren Ausgrabungsgelände der Tempel des Olympischen Zeus. Ihm gehörten die mächtigsten Säulen in Athen. Leider kann ich den Tempel aber nur von außen begutachten, denn das Gelände hat nur von 8:30 bis 15:00 Uhr geöffnet und inzwischen ist es 15:30 Uhr.

Also laufe ich weiter und komme durch eine Grünanlage, den Zappion-Park. Hier findet zur Zeit eine Art Weihnachtsmarkt statt. Eine Eislaufbahn ist aufgebaut und zahlreiche griechische Familien vergnügen sich. Im Zappion selber, einem klassizistischen Gebäude, finden regelmäßig Ausstellungen statt. Im Moment eine mit Fundstücken vom Wrack der Titanic.

Das Olympiastadion

Ich ruhe mich ein wenig in dem nahen Park aus, und laufe dann weiter zum Olympiastadion. Hier wurden bereits in der Antike die Olympischen Spiele ausgetragen. Zu den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit wurden die Überreste des Stadions komplett restauriert und im Jahre 1896 erlebten 70.000 Zuschauer die Wiedererweckung dieser alten Tradition.

Ich laufe weiter die Straße Iródu Atikú hinauf und passiere dabei das königliche Schloss, vor dem griechische Wachsoldaten in ihren Röckchen Wache schieben.

Wachsoldaten vor dem königlichen Palast

Weiter geht's durch das Athener Nobelviertel Kolonáki mit vielen schicken Cafés und Boutiquen. Diese interessieren mich heute aber weniger und statt dessen Laufe ich immer bergauf Richtung Gipfel des 277 m hohen Likavittós-Hügels.

Auf meinem Weg nach oben spaziere ich über hübsch angelegte Wege und durch grüne Gärten. Einige Bänke bieten sich zur Pause an und ich habe eine traumhafte Aussicht auf die Stadt. Über die Akrópolis hinweg, kann man von hier bis zum Mittelmeer schauen. Oben auf dem Likavittós befindet sich eine kleine Kapelle.

Den Berg herunter fahre ich mit einer Standseilbahn. Das Ticket kostet 2,50 Euro für eine einfache Fahrt. Im Nachhinein würde ich es übrigens empfehlen, lieber mit der Seilbahn den Berg herauf zu fahren und dann den Fußweg hinunter zu nehmen, das ist sicherlich weniger anstrengend.

Kapelle auf dem Gipfel des Berges Likavittós

Vom Ende der Seilbahn aus laufe ich die Straße Odós Plutárchu herunter bis zum breiten Boulevard Vassilíssis Sofías. Dort befindet sich ein Kriegsmuseum, bei dem ich mir aber nur die Gerätschaften anschaue, die außen herum ausgestellt sind. In der Nähe befindet sich auch die Metrostation Evangelismos, von der aus ich eine Station weiter zum Síndagma-Platz fahre.

Der Síndagma-Platz ist der Repräsentationsplatz von Athen. An ihn schließt sich die Straße Ermou an, die eine der Haupteinkaufsstraßen der Stadt ist. Hier finden sich Läden aller bekannten Ketten. Vielleicht mag es daran liegen, dass wir heute den ersten Verkaufstag nach Weihnachten haben, aber ich würde sagen, dass ich noch nie eine so belebte Einkaufsstraße gesehen habe!

Junge Straßenmusikanten schmettern lautstark ihre Lieder

Ich esse mir jedenfalls bei "Subway" ein leckeres Sandwich, kaufe ein paar Mitbringsel bei "Sephora" und schlendere die Straße entlang, an der natürlich auch viele Straßenkünstler ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Für besondere Belustigung bei den griechischen Passanten sorgen zwei kleine Jungen, die lautstark griechische Lieder singen, mit ihrer Ukulele begleiten und dabei freche Sprüche ablassen, wenn es jemand wagt, ihnen weniger als 50 Cent in ihren Topf zu werfen.

Ich laufe die Ermou bis zum Monastiráki-Platz, von wo aus ich mit der Metro zum Hotel zurück fahre und mich - nach einem erlebnisreichen Tag - in mein Bettchen fallen lasse.

Der antike Friedhof im Stadtviertel Kerameikós

Mittwoch, 28.12.: Kerameikós und die Pnyx

Nach einer etwas unruhigen Nacht (in den Nachbarzimmern war es recht laut) stehe ich auf und frühstücke. Nach dem Frühstück gehe ich auf mein Zimmer und packe schon einmal meinen Koffer, denn spätestens um 14:20 Uhr muss ich wieder am Flughafen sein.

Ich verlasse das Hotel und laufe ca. einen Kilometer Richtung Kerameikós. Dort befindet sich eine weitere wichtige archäologische Stätte, die ich heute Vormittag noch besichtigen möchte.

In Kerameikós standen einst die wichtigsten Stadttore Athens

Hier findet sich nämlich ein antiker Friedhof sowie die Straße der Gräber. Sie mündet in die Heilige Straße, die bis auf die Akrópolis führte. Ebenfalls freigelegt wurden hier die bedeutendsten Stadttore Athens, das Heilige Tor und das Dipylon. Dazwischen stand das Pompeion, das zur Vorbereitung von Festumzügen und als Sportstätte diente.

Dem Ausgrabungsgelände angeschlossen ist das Kerameikós-Museum, das einige Grabbeigaben, Grabstelen und zahlreiche bemalte Vasen zeigt.

Der Freiplatz auf dem Pnyx-Hügel war einst Versammlungsort der ersten Demokratie

Ich verlasse das Kerameikós-Viertel und laufe Richtung Südwesten der Akrópolis. Hier erhebt sich ein grüner Hügel. Auf ihm befindet sich die Pnyx, die antike Stätte der Athener Volksversammlung. An ihr durfte jeder männliche Vollbürger über 30 Jahren teilnehmen. Mit mindestens 5.000 Bürgern war sie beschlussfähig. Neben einem großen Freiplatz ist hier vor allem das in den Felsen gemeißelte Rednerpodest erhalten geblieben.

Ein unglaubliches Gefühl, hier an dieser Stelle zu stehen, an der vor 2.500 Jahren die erste demokratische Abstimmung der Welt stattfand!

Das in den Felsen gemeißelte Rednerpodest der Pnyx

Tief beeindruckt laufe ich zur nächsten Metrostation (Thissio) und fahre zurück zum Hotel. Ich checke aus und fahre mit der Metro zur Station Etniki Amyna. Dort kaufe ich mir für 2,90 Euro ein Ticket für den Bus X94, der mich zum Flughafen bringt.

Der Rückflug verläuft ohne Probleme, genauso wie die Zugfahrt vom Flughafen Köln-Bonn zurück nach Hause.

Fazit:

Bei noch keinem Kurztrip zuvor habe ich so viele Eindrücke gewonnen. Wie schon beschrieben, ist es ein einmaliges Gefühl, an den antiken Schauplätzen zu stehen, von denen man schon so viel gelesen hat, und von denen aus unsere europäische Geschichte so sehr beeinflusst wurde.

Detailansicht vom Parthenon

In Athen muss man einfach einmal im Leben gewesen sein!

Mein Hotel in Athen, das Best Western Zinon kann ich aber leider nicht empfehlen. Das Hotel selber war laut, nicht besonders sauber und das Frühstück konnte auch nicht begeistern. Noch unangenehmer war allerdings die Lage in einer Seitenstraße des Omónia-Platzes, welcher als Treffpunkt für laut diskutierende, dubiose Gestalten bekannt ist.

Besser hat mir dagegen das Ibis Hotel Köln am Dom gefallen. Das Aktions-Angebot hat seinen Sinn bei mir nicht verfehlt, denn ich habe mich überzeugen lassen, das die Ibis-Hotels sicherlich zu den besten Hotels in der 2-Sterne-Kategorie gehören.

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